TomCool

Es ist schön, wieder Vater zu werden. jetzt in Begleitung eines werdenden Bruders.

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Montag, 30.04.2012, 14:16
Frau CH. steht, eine Woche vor der Niederkunft - also in etwa einen Meter von der Theke entfernt, damit der Bauch nicht ansteht - an der Kassa der Textilkette und legt mehrere Kleidchen in Größe 52 auf den Tisch.

Frage der Kassierin: "Bekommen sie ein Mädchen?"
Antwort des treuen Begleiters TC: "Nein, das wird ein Transvestit."

Grüße. Endspurt. Keine Panik.


Montag, 23.01.2012, 23:51
Ein befreundetes Pärchen erwartet - früher als wir - ein zweites Kind. Ich durfte schon beim ersten Kind und bei der Hochzeit fotografieren. Doch die neuen Bilder vom Babybauch des zweiten Kinds machen mich besonders stolz:

http://www.flickr.com/photos/tomcool/sets/72157629003622685/show/


Donnerstag, 19.01.2012, 11:18

"Hilfe!", rief O.C.. Oder auch etwas anderes. Den Text hab ich nicht wirklich verstanden, aber sein Rufen weckte mich. Ich stand auf, wuselte zu ihm in sein Zimmer, wo er halb aufrecht im Bett saß und bibberte.
"Was ist denn los, mein Großer? Ich bin da. Alles ist in Ordnung."
"Da drüben, im Wohnzimmer! Der Wäschehaufen! Sieht aus wie ein Geist. Der ist so ängstlich!"
Ich muss schmunzeln.
"Furchterregend meinst Du wohl." ich streichle ihn ein wenig über den Kopf, damit er sich beruhigt.

Tatsächlich schien durch einen Spalt unter der Jalousie die Straßenbeleuchtung auf einen Berg frisch gewaschener Wäsche, so dass dieser aussah wie die Maske aus Scream.

"Das werden wir gleich lösen." Ich nahm ein Handtuch aus dem Berg und legte es so auf die andere Wäsche, dass es keine Schatten mehr geben würde.

Ich schleiche mich zurück ins elterliche Schlafzimmer, um Frau Ch nicht zu wecken, doch die hatte sowieso besseres zu tun als Schlafen.
"Komm! Komm her!"
Und dazu dieses süße Kichern.
Ich kam hin, und sie hielt die Bettdecke hoch.
"Fühl hin!"
Und ich fühlte mit der Hand den Bauch und bekam fast im selben Moment, peng, einen Tritt ins Herz.
Da ist es, unser Mädchen, meldet sich zum Dienst. Zack! Noch einmal!
Und ich schmunzle wieder, diesmal über das andere Kind, vergesse meine Kreuzschmerzen und alle sonstigen Problemchen, die mich gerade bewegen und mir den Schlaf rauben, und schlafe so glücklich, zufrieden und fest wie lange nicht mehr.

Mein Mädchen hat sich gemeldet, zum Papadienst. Aufgabe: Papa glücklich machen. Aufgabe für heute erfüllt.

Am Morgen dann war klar, dass ich nichts mehr zu reden hatte. Die Frauen haben das Kommando übernommen. CH. nannte mir den Namen unseres Kinds. Glück gehabt, mein Favorit bleibt wenigstens als zweiter Name im Spiel.

Unser O.C. bekommt eine C.O. zur Schwester!

Jetzt dauert's nimmer lang.
Willkommen in meinem Bewusstsein, C.O.!

Foto: ©Thomas Strini aka TomCool


Samstag, 07.01.2012, 08:48
O.C.: "Papi, was is im Kinderpunsch drin?"

"Na überleg mal. Im Orangenpunsch sind Orangen drin. Im Beerenpunsch sind Beeren drin. Woraus wird wohl Kinderpunsch gemacht?"

O.C.: "Aus Obst?"


Montag, 05.12.2011, 23:36
Es ist ja schon ein bisserl anders als beim ersten mal, also beim O.C., ein bisserl abgebrühter vielleicht. Vielleicht haben wir aber auch beide nur so viel um die Ohren - inkl. O.C. - dass wir noch gar nicht dazu gekommen sind es zu realisieren.

Da scheint uns O.C. dann doch ein schönes Stück voraus zu laufen. Der weiß nämlich ganz genau, was er will.

Etwas zum Spielen.

"Ich werde dem Baby auch die Windeln wechseln!" Ich hab's auf Video. Mal sehen, was er sagen wird, wenn ich's ihm dann vorspiele, wenn ich's brauch.

"Ich mach ihm auch das Flascherl!" Siehe oben.

Und überhaupt: "Das Gitterbett soll ganz nah bei meinem Bett stehen, ..." - es ist MEIN Bett!!! - "..., damit ich mich um das Baby kümmern kann!"

Nun denn, so gestresst wir auch sind, die Pflicht ruft in Form einer Kontrolle bei der Geburtshelferin. Da sollte es mittlerweile ja schon richtig was zu sehen geben. Also hole ich O.C. vom Kindergarten ab, wir treffen uns mit Frau CH. bei unserer Frauenärztin. Familientreffen. Lauter alte Bekannte. Das erste Gesicht, das O.C. damals zu sehen bekam, noch vor Mami oder Papi, die Frau Doktor D..

Große Freude beiderseits.
Frau Dr. D.: "Dich werde ich mein Lebtag nicht vergessen!"
O. C.: "Grüß Gott, Frau Doktor!" Musterknabe! Schnell! Wo ist der Knopf zum Speichern?

Einige Minuten später geht es dann endlich ans Fernsehen. "Und was wünscht Du Dir denn, O.C.? Eine Schwester oder einen Bruder?"
"Eine Schwester!" Das kam dann doch etwas zu schnell für den stolzen Vater.
"Der ist schon gscheit geimpft von Dir, Frau CH.!"
CH: "Von mir doch nicht!"
Frau Dr. D.: "Und Sie? Was wünschen Sie sich?"
TC: "Ich nehm, was ich krieg, oder kann ich's mir jetzt noch aussuchen?"
Zum Diplomaten geboren. ;-)
Frau Dr. D.: "No, dann schaun wir mal ... Hmmm ... geniert sich ein bisserl ..."
TC: "Do, das ist doch ein Penis, nicht wahr?"
Dr. D.: "Eher nicht. Das ist der Oberschenkel."
TC: "Aber da! Das da! Das ist doch!!!"
Dr. D.: "Nein, auch nicht, das ist der Arm."
TC: "Aber ..."
Dr. D.: "Da schaun Sie nur!"
TC: " Was denn?"
Dr. D.: "Schamlippen!"
TC: "Hurra!!!" *hüstel*
Dr. D.: "Dein Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen, O.C.."
O.C.: "Hurra!"
Wenn der wüsste, was da auf ihn zukommt.
Frau CH., glücklich: "Ringelstrümpfe, endlich ..."

Es ist schön, wieder Vater zu werden. Jetzt in Begleitung eines werdenden Bruders.


Sonntag, 20.11.2011, 02:29


Wer errät's?


Freitag, 26.08.2011, 20:06
Wenn die kleinen Kinder geboren werden, bekommen sie die Welt geschenkt.
Sie riechen die Welt, sie fühlen die Welt, bald sehen sie die Welt, lernen die Farben kennen ...

Wenn die kleinen Kinder geboren werden, bekommen auch die Eltern etwas geschenkt.
Die Angst.
Plötzlich ist alles anders.
Gefahren lauern überall.

Die Angst ist berechtigt.
Denn nichts, aber auch gar nichts, möchte man weniger verlieren als sein eigenes Kind.

Viel zu viele Kinder gehen verloren.
Heute erfuhr ich vom Tod des 8-jährigen Sohns meines Nachbarn.

Es ist eine lange Geschichte. Es ist nicht das erste Mal, dass er seinen Sohn Lenny verloren hat. Diesmal ist es aber für immer.

Dagegen sind die alten Geschichten über verlorene Sorgerechtskämpfe ein Klacks. Das ist so traurig, dass sogar mir die Worte fehlen. Ich fühle mit ihm, und doch fühle ich nicht wie er. Ich will auch niemals so fühlen müssen.

Da hab ich lieber Angst.

Beschützt Eure Kinder. Und hört auf sie, wenn sie sagen, dass ihnen etwas weh tut.


Montag, 22.08.2011, 17:36
Neulich bei Tisch:
"Brokkoli, lieber O.C., ist total gesund. Der macht Dich groß! und Stark!"
O.C.: "Na gut, dann ess ich halt Brokkoli."
Ein Roserl.

2 Tage später sitz ich früh morgens beim PC, eine Seltenheit, weil normal werde ich von O.C. geweckt und dann muss ich mit ihm spielen. O.C. wankt also zu mir, total verschlafen, taumelt, schaut mich an, streckt die Hände in die Höhe, abgewinkelt, um seinen Bizeps zu zeigen wie ein Bodybuilder und sagt:

"Schau, Papi! Ich bin sooooo stark! Vom Brokkoli. Ich hab so starke Muskeln, dass ich die Hände nicht mehr zusammen bekomme!"

:o)

Man weiß ja gar nicht, was man alles versäumen würde, wenn man's nicht erlebt.


Dienstag, 14.06.2011, 09:34
Oma zu O.C.: "Du bist mein größtes Glück auf Erden."
O.C.: "Nein, ich bin Papis größtest Glück. Dein größtes Glück ist der Opi!"

Wie recht er doch hat. ;-)


Donnerstag, 21.04.2011, 11:34
Wer meine gestrige Geschichte sucht, oder das Video, dem sei gesagt, dass ich heute Nacht nach kurzem Familienrat versucht habe, beides so weit wie möglich wieder aus dem Netz zu nehmen. Nach der Euphorie, die entsteht, wenn die UNschuld rasch geklärt wird, lässt sich die ganze Geschichte mit dem Abstand von 2 Tagen schon nüchterner betrachten.

Irgendwo da draußen gibt es einen gewaltbereiten, bewaffneten Bankräuber, der sich in meiner Geschichte provoziert vorkommen könnte, und die Angst, dass unserem O.C. oder sonst jemanden in der Familie etwas zustösst, ist doch zu groß.

Zu leicht und eindeutig sind wir zu identifizieren.

Damit wir uns wieder wohl fühlen können, wäre es uns am Liebsten, wenn der echte Bankäuber so schnell wie möglich gefasst wird. Daher bitte ich alle, die Fahndungsfotos so weit wie möglich zu verbreiten und mitzuhelfen, ihn zu finden. Die Überfälle fanden alle im 10. unsd 11. Wiener Gemeindebezirk statt.

Der Mann hat eine große Nase und auffallend große Ohren. Er war auf allen Bildern mit Brille zu sehen. bitte haltet die Augen offen, aber überlegt vor einem Anruf auch genau, ob ihr auch sicher seid, damit nicht andeen Ähnliches widerfährt wie mir.

Bankräuber

Die Bilder findet Ihr hier in größerer Auflösung:

http://farm6.static.flickr.com/5268/5635733655_648b5a3022_o.jpg

Bitte helft uns und haltet die Augen offen, vor allem in Simmering und Favoriten. Es soll ja Euer Schaden nicht sein, denn für zielführende Hinweise ist eine Belohnung von € 4.000 ausgesetzt.

Aber obacht. noch einmal: Ihr solltet Euch sicher sein!!!


Mittwoch, 20.04.2011, 00:25
Aus der Serie: jeder schlechte Tag ist ein guter Tag, solange man am Ende eine gute Geschichte zu erzählen hat.

Es war ein guter Tag.

Also zuerst sowieso. O.C. in den Kindergarten gebracht, gemütlich gefrühstückt, dann einen Anruf bekommen, ein schneller kurzfristiger Fotoauftrag, und ab 4 in der Arbeit, die mir Spaß macht. Wenn auch unerwartet kurz.

"Besuch für Dich" rief ein Kellner in die Küche, und ich fragte mich erfreut, wer denn da wohl draußen steht. Blick nach links, Blick nach rechts, keiner da, den ich kenn. Aber 2 Fremde zücken ihre Ausweise.
"LKA. Sie wissen eh warum wir da sind."
"Öhm, also ned so wirklich, wenn sie mir bitte weiter helfen können? Worum geht's denn?"
"Wo haben Sie denn Ihre Ferrarijacke?"
"Meine was?"
"Und das Mercedeskapperl?"
"Worum geht's?"
"Sagen Sie mir das?"

Es dauerte eine Weile, bis ich verstand, dass man keinen Zeugen suchte für irgendetwas, sondern dass ich beschuldigter Serienbankräuber bin.

Die Langfassung? Irgendjemand hält mich für fähig, Banken zu überfallen und glaubte mich auf in angeblich allen Tageszeitungen veröffentlichten Bildern erkannt zu haben.
( http://www.krone.at/Wien/4.000_Euro_fuer_Hinweise_auf_Serien-Bankraeuber-Wo_ist_der_Taeter-Story-256501
http://derstandard.at/1302515949341/4000-Euro-fuer-Hinweise-auf-Wiener-Bankraeuber-ausgelobt
http://kurier.at/nachrichten/wien/2089521.php )

Bankräuber

Die Kurzfassung: ICH war's nicht.

No na ned war ich's nicht, war der Kommentar der Kriminalisten. Das sind sie gewohnt. Das sagt jeder. Man wolle nur anmerken, dass ein rasches Geständnis die Richter milde stimmt. Sie wollen wirklich bei ihrer Aussage bleiben?

Einer der beiden Beamten erklärt mir schon im Lokal, dass ich nicht wie ein Unschuldiger reagiere. Ich stelle die falschen Fragen. Andererseits erklärt er mir, dass sie sowieso kaum mit Unschuldigen zu tun haben. Wenn sie mal da stehen, dann aus gutem Grund. Ich frage mich, woher dann das Wissen über die typischen Reaktionen unschuldiger kommt.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, als Unschuldiger so zum Handkuss zu kommen. Ich landete im LKA, während O.C. anderen Kriminalbeamten die Türe öffnete, die unsere Wohnung durchsuchten.
"Hast Du was Schlimmes gemacht?" fragt er Frau K. "Natürlich nicht."
"Hat Papi was Schlimmes gemacht?"
"Natürlich nicht."

Am LKA: Fingerabdrücke, DNA-Abstrich, Fotos.

Auf dem Weg zur Identifikationsmerkmalsaufnahmne sagt mir der Beamte, dass es Fingerabdrücke gibt. Von diesem Moment an bin ich entspannt. Ich freue mich direkt auf die Abnahme meiner Fingerabdrücke, denn ich weiß, dass sie meine Unschuld beweisen werden.

Befragung. Fotos. Niederschrift.
"Wenn ich gefragt werde, ob ich am xx.xx.2011 die Bank xy überfallen habe und mit den Überwachungsbildern konfontiert werde, antworte ich: Das bin mit absoluter Sicherheit nicht ich." Der 2. Beamte glaubt mir nicht.

Die Jungs haben ganz schön recherchiert. Anscheinend auch den ganzen mywoman-Blog gelesen. Sie wissen viel über mich. Ja, ich halte mich auch nicht zurück, nicht in Natura, nicht im Internet. Denn im Gegensatz dazu, was die Kripo glaubt, habe ich nichts zu verbergen.

3 Stunden dauert die ganze Geschichte schon. Man werde mich mindestens 48 Stunden lang hier behalten, sagt man.

Ich bin unschuldig aber nervös. Zu oft hatte die Justiz mir zuletzt nicht Recht gegeben, wo die Gerechtigkeit mir hätte Recht geben müssen. Mein Vertrauen ist - gelinde gesagt - erschüttert. Kommt es zu einem Prozess, werde ich wohl für schuldig erklärt werden, auch, wenn ich mir niemals etwas zu Schulden kommen ließ. Das Gesetz der Serie würde es so wollen.

Die österreichische Justiz ist ehrliche Menschen so was von nicht gewohnt, dass ihnen grundsätzlich nicht geglaubt wird. Aber so was von. Man glaubt lieber dem schleimigen, im Konjunktiv sprechenden Geschäftsführerlügenmaul als dem ehrlichen Menschen mit der lauten Stimme. Glauben, aber nix wissen? Wurscht. Immer feste druff mit der Keule. Aber das ist eine andere Geschichte. Diese hier handelt letztlich von 2 Frauen. Meiner und meiner Chefin.

Meine Frau K. war nämlich keineswegs schockiert, sondern schlicht und einfach überzeugt, nein, wissend, dass ich das nicht gewesen sein kann. Ja, sie kennt mich auch gut genug, um an den schlechten Bildern der Überwachungskameras jene Deatils genau zu erkennen, die zu erkennen geben, dass ich das nicht sein kann. Schon allein aus Stilgründen. Eine Ferrarijacke und ein Mercedes-Kapperl? Aber hallo? Waren die Ferrarikapperl grad aus?

Alleine dafür gehört dem- oder derjenigen, der/die meinen Namen der Polizei übermittelt haben, eine gehörige Standpauke. Stil hat man, oder hat man nicht. Auch bei einem Überfall. ;-)

Meine Frau K. jedenfalls zeigte den Beamten die ganze Wohnung, forderte sie sogar zu mehr auf, spornte sie zu Höchstleistungen an. Denn sie war sich zu Recht sicher: da können sie lang suchen.

Am LKA versuchte man noch immer mir Angst zu machen. Die Türe geht auf. Hinter mir sagt jemand: "Untersuchungshaft!"
3 Beamte kommen von ihren Ausflügen zu mir nach Haus und in die Arbeit zurück ins Büro. Ein Kuvert landet am Tisch.
"Da ist der Beweis."
"Was für ein Beweis? Was wollen sie denn gefunden haben?"
"Den Beweis Ihrer Unschuld."

Die zweite Frau ist meine Chefin. Sie ließ den dritten Bamten nicht gehen. Sie ließ nicht locker, bis sie genauere Daten erfuhr. Und sie suchte auf ihren Überwachungsvideos, bis sie zu einem Datum ein Video gefunden hatte, auf dem ich gerade die Lieferung ins Kühlhaus schiebe.

Danke schön. Ich habe es schon vorher gewusst und gesagt, und ich schreib es heut nieder: Du bist die beste Chefin, die ich je hatte und die ich mir vorstellen kann.

Und meiner Frau K.: Ich liebe Dich.

Auch wenn Du meine Sachen alle weghauen willst, weil es Dir peinlich ist, dass die Polizisten bei einer Hausdurchsucheung so viel zu durchsuchen haben. *g*

Und den handelnden Beamten sei gesagt: Ihr wart's eh in Ordnung. Pflicht getan. Was mir nicht getaugt hat, hab ich Euch eh gesagt. Ich freu mich, wenn ihr wie versprochen zu uns ins Lokal kommt. Hoffentlich habt Ihr dann auch gleich etwas zu feiern. Zum Beispiel den Fang meines stillosen Doppelgängers. Das wär dann besonders fein.


Freitag, 08.04.2011, 10:50
"Ich will das nicht!", sagt O.C. laut und deutlich, mitten in der Kirche, während des Kindergartengottesdienst zu seinem ihn piesackenden Sitznachbarn.

"Ich will das nicht!" - Eine klare, deutliche, eindeutige Aussage. Gar nicht typisch österreichisch, denke ich mir da und erwische mich selbst dabei, dass ich O.C. sogar schon für seine Klarheit gemassregelt habe.

"Ich will ein Eis!" Sowas sagt man doch in Österreich nicht. Das ist doch unhöflich. "Glaubst Du lieber Papi, wäre es vielleicht möglich, dass ich ein Eis bekäme?" Ja das wünschen wir uns. Unterwürfigkeit. Die Möglichkeit lassen, nein zu sagen. Und selbst die Möglichkeit zu haben zu sagen: "Ich hab's probiert. ER hat halt nein gesagt. Kann ja ICH nix dafür."

Dabei wollen wir doch so vieles gar nicht. Aber wir lassen es doch den anderen über. "Könnten Sie bitte aufhören, Ihre Frau zu schlagen?" "Nein?" "Na gut, dann halt nicht. War ja nur eine Frage."

Der Konjunktiv ist die österreichische Version der Zivilcourage. Immer ein Hintertürl, nur nicht zu sehr festlegen.

Packt den Konjunktiv ein. Holt den Imperativ heraus. Wenn Euch etwas stört, dann sagt es laut und in aller Klarheit: "HÖR AUF! ICH WILL DAS NICHT!"

Wenn ein 4-jähriger das kann, sollten wir das auch können. Und vor allem dürfen wir ihm das nicht abgewöhnen.


Freitag, 01.04.2011, 21:53
sind's genau 3 jahre, dass ich meine 15 Monate Vaterkarenz angetreten bin.

Ich würd's sofort wieder machen.


Donnerstag, 31.03.2011, 11:17
Tartarotti ...

"Als ich ein Knabe und die Zeit gekommen war, mich in die Geheimnisse des Lebens einzuweihen, nahm mich mein guter Vater zur Seite und sprach: 'Sohn, wenn du wissen willst, ob du einem Mann vertrauen kannst, dann vergewissere dich, ob er im Sitzen pinkelt. Stehpinkler sind entweder Schmutzfinken oder nicht intelligent genug, die Gesetze der Physik zu verstehen.'" (Kurier)

Damit macht er bei mir vieles wieder gut. ;-)

Und natürlich werde ich O.C. eines Tags auch umschulen. Derzeit trifft er ja noch besser, wenn er steht. Sitzt er, spritzt er unter der Klobrille raus. Es ist also noch Zeit.

Für etwas anders habe ich mir aber anscheinend zu lange Zeit gelassen. Denn O.C.'s Interesse für männliche Körperhygiene ist schon weiter fortgeschritten, als ich dachte. So erreichte mich vorgestern abends ein Anruf in der Firma. Frau K. war am Telefon.

"Wir haben einen großen Blutsaurier zu Hause."
Das ist jetzt noch nichts Außergewöhnliches. Denn O.C. ist ja ein "Fleischfresser". Während ich beim Dinosaurier Spielen den "Pflanzenfresser" geben muss. Aber dieser Unterton ließ mich Schlimmeres ahnen.
"Was ist passiert? Hat sich unser kleiner Tyrannosaures Rex verletzt?"
"Ich habe ihn zum Hände Waschen geschickt. Eine Zeit lang war's ruhig. Dann schlich er ganz leise zurück ins Wohnzimmer und sagte nur ganz ruhig: 'So viel Blut, Mama.'"

Ich stelle mir die plötzlich aufsteigende Panik in Frau K. bildlich vor, als unser Zwerg Blut aus dem Mund tropfend vor ihr stand.

Ein rotes Handtuch später gab es noch immer keine Antwort, was eigentlich passiert ist, die schlimmsten Befürchtungen konnten jedoch auf eine aufgeplatzte Lippe reduziert werden. Tapfer ertrug er sein Leid, weinte nicht, jammerte nicht, verriet aber auch nichts.

"Gib mir doch unseren Blutsaurier ans Rohr." war ich gewillt, ihn zu trösten. Doch er genierte sich, wollte nicht mit mir reden. Mittlerweile war aber eh klar, was passiert war. Denn wenn Papi sich morgens die Hände wäscht, gehört auch dieses Gerät dazu, mit dem er sich den Schaum aus dem Gesicht schiebt. Und bitte schön, mit fast 4 jahren ist es doch reichlich an der Zeit, sich die feinen blonden Härchen aus dem Gesicht zu schneiden.

"Du hast Dich doch nicht etwa mit Papis Rasierer in die Lippe geschnitten?"
"Aber Papi nimmt den doch auch immer!"

Jedenfalls, so ganz trocknen wollte die Wunde nicht so schnell, und so musste zum Einschlafen ein Pflaster herhalten. Sein Gesicht zeigt gut, wie er sich gefühlt haben muss.



Am Morgen darauf war er schon wieder gut gelaunt, aber das übliche Guten-Morgen-Bussi gab's nicht. Im Gegenteil: ist er sonst kaum davon abzubringen an mir zu zerren, bis ich aufstehe um mit ihm zu spielen, spielte er Verstecken und wollte justament verhindern, dass ich sein Gesicht von vorne sehe. So peinlich war ihm das. Ich tat mir sehr schwer nicht zu lachen, als ich ihn endlich eingefangen hatte um ihm zu geloben, dass ich ihm schon bald zeigen werde, wie man sich richtig rasiert.

Es ist schön, seinen Kindern die Welt zu erklären. Noch schöner wäre es natürlich, sie dem Kind rechtzeitig erklärt zu haben.